Spielend leicht lernen

Spielen ist für Kinder der effektivste Weg, zu lernen: Das gemeinsame Spielen mit den Eltern und Erzieher*innen dient der sprachlichen, emotionalen und sozialen Entwicklung der Kinder. Gemeinsam mit den Familien sorgen die Betreuungseinrichtungen dafür, dass Kinder spielend wichtige Kenntnisse erwerben, Fertigkeiten und Kompetenzen auf- und ausbauen und ein gutes Sozialverhalten entwickeln.

Trampelpfade im Gehirn

Kinder brauchen die Gelegenheit, Erfahrungen selbst zu machen, sich als erfolgreich zu erleben, Dinge auseinanderzunehmen und zusammenzusetzen. Das erfolgt im Spiel mit Gleichaltrigen, in der Familie und manchmal auch ganz konzentriert nur für sich zurückgezogen und konzentriert allein.

Je mehr Erfahrungen ein kleines Kind macht, desto mehr und deutlichere Spuren bilden sich in dessen Gehirn. Diese Lern-Spuren sind es, die uns langfristig zu dem Individuum machen, das wir sind, mit unserer Sprache, unseren Gewohnheiten, Fähigkeiten, Vorlieben, Einstellungen und Kenntnissen.

Im Spiel fördern Kinder grundlegende Fähigkeiten:

  • Sie stärken ihr Selbstvertrauen und lernen mit ihren Emotionen umzugehen.
  • Sie erkennen Sinnzusammenhänge und lösen erste Probleme .
  • Sie setzen sich über einen längeren Zeitraum aufmerksam mit einer Sache auseinander.
  • Sie üben, sich zu konzentrieren und mit aller Kraft auf ein Ziel hinzuarbeiten.
  • Sie lernen zu gewinnen und zu verlieren.
  • Im Spiel mit ihren Freunden und in der Familie erleben sie sich als Teil einer sozialen Gemeinschaft und lernen, sich nach Spiel- bzw. sozialen Regeln zu verhalten.

Eltern spielen mit Kindern

„Eltern können im gemeinsamen Spiel Stärken und Talente ihres Kindes erkennen. Sie erleben seine Persönlichkeit in unterschiedlichen Situationen und können es noch besser in seiner Entwicklung begleiten. Durch die bewusst gemeinsam verbrachte Zeit wird die Bindung zwischen Eltern und Kind gestärkt.“

Prof. Manfred Spitzer, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie, Ulm, und Gründer sowie Leiter des ZNL TransferZentrums für Neurowissenschaften und Lernen.